Pressetext aus dem Nordbayerischen Kurier vom 23.05.2025
Unter einem Dach – und doch strikt getrennt. So läuft der Freitagabend, an dessen Ende Matthias Böhner (SPD) zum Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2026 nominiert wird. Genauer genommen sind es im Sportheim des SV Weidenberg drei Versammlungen, die penibel getaktet mit- und nebeneinander ablaufen.
Im Saal des Sportheims treffen sich die Mitglieder des CSU-Ortsverbands zu ihrer Mitgliederversammlung. Eine Tür weiter – im Gastraum – sitzen die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft (FWG) zusammen. Und in der Turnhalle im ersten Stock die Genossen der SPD. Letztere tagen an zusammengeschobenen Tischtennisplatten.
Zunächst beraten sich alle drei Mitgliederversammlungen. Dann kommen sie zusammen, Böhner hält seine Bewerbungsrede. Dann trennen sie sich wieder und rufen getrennt voneinander zum Wahlgang auf.
Die Älteren erinnern sich an Fünfstück
Einmal gab es das in Weidenberg so ähnlich: 1972 wurde Wolfgang Fünfstück (FWG) auch von CSU und SPD nominiert. Er blieb satte 36 Jahre lang Bürgermeister. Seitdem ist das – auch schon 18 Jahre – Hans Wittauer (FWG). Dass die zwei größeren Fraktionen des Gemeinderats einen Kandidaten der kleineren SPD nominieren – nicht nur unterstützen, das ist ihnen wichtig – gab es noch nie.
Im Herbst 2024 sei man erstmals auf ihn zugekommen, sagt Böhner zu unserer Redaktion. Warum? Das „Bedürfnis nach Vertrauen und Verlässlichkeit, nach einer Konstante“, sagt der Kandidat in seiner Rede, sei aktuell stark. „Wir müssen unsere Kräfte bündeln“, sagt Böhner zu 54 Wahlteilnehmern. „Zerstrittene Gemeinderäte, die vor lauter Klein-Klein das große Ganze aus dem Auge verloren haben, wollen wir in Weidenberg nicht haben.“
Dann skizziert der 53-Jährige, warum er der geeignete Kandidat sei. „Kommunalpolitisch absolut erfahren“, sagt er. Seit 2002 in der SPD, seitdem Gemeinderat. Seit 2011 Ortsvereinsvorsitzender, seit neun Jahren Fraktionsvorsitzender. Sechs Jahre lang zweiter Bürgermeister, aktuell dritter Bürgermeister. 2014 schon einmal Bürgermeisterkandidat – für die SPD allein. Aus der Niederlage habe er „gelernt“, sagt er. Dazu sitzt Böhner seit fast zwölf Jahren im Kreistag.
„Vernetzt und verwurzelt“ – so beschreibt er sich
„Absolut vernetzt“, nennt er eine weitere Eigenschaft. Dies ergebe sich durch seinen Beruf als Berater im Firmenkundencenter der Sparkasse Bayreuth. Als diplomierter Bankbetriebswirt betreut er dort Städte, Gemeinden, Krankenhäuser oder Stadtwerke aus Stadt und Kreis. Als dritte Eigenschaft nennt Böhner seine Verwurzelung in Weidenberg. Er stammt aus dem Hauptort, ging hier zur Schule. Abi in Bayreuth. Beim SVW war er aktiv, ebenso beim FGV. Beim Burschenverein Ehrenkranz Sturm- und Drang-Zeit erlebt. Und seine Frau kennengelernt, mit der er seit 25 Jahren verheiratet ist – zwei erwachsene Töchter (19/23). Seit 1997 lebt er im Ortsteil Görschnitz. Ein gutes Omen will der Eheschließungsbeamte der Versammlung noch mitgeben. „Bisher wurde noch keine meiner Eheschließungen geschieden.“

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